Fragen zum Kauf eines neuen Niva

Fragen und Antworten zur Anschaffung eines Niva

Moderator: christian@nivatechnik.de

Antworten
MaMue
Beiträge: 2
Registriert: 3. Januar 2007, 20:59

Fragen zum Kauf eines neuen Niva

Beitrag von MaMue »

Hallo Niva-Fachleute
Hab mich gerade angemeldet und wende mich mit einigen Fragen, in der Gewissheit auf kompetente Auskunft an Euch.
Zunächst kurz zu mir; ich bin 39, von Beruf EDV-Fachmann und 24 Stunden sind wie oft zu wenig. Da ich aber ziemlich im Outback wohne, 50m (im Winter ungeräumte ) Privatstrasse habe, ungefähr 70km einfache Fahrtstrecke zur Arbeit, teilweise Steigungen bzw. Gefälle um die 11% habe (bei geschlossener Schneedecke nicht wirklich lustig mit Hecktrieblern ), spiele ich arg mit dem Gedanken mir nen neuen Niva zu kaufen. Ca. 8000€ für nen Geländewagen sind wirklich verlockend und scheinbar ist das wirklich ein purer Geländewagen ohne dümmlichen Schnickschnack ala MB, Audi, Porsche etc. und wie sie alle in ihrer Verzweiflung heißen mögen.
So, und nun gehts schon los mit den Fragen:
Da ich ca. 30.000km Fahrleistung im Jahr habe (ein drittel ungefähr Autobahn ) frage ich mich; Wenn ich die Karre den üblichen Inspektionen unterziehe mit dem (scheinbar ) notwendigen Austausch div. Verschleißteile, will sagen, das FZ wird bestens gewartet von ner Fachwerkstätte, kann ich dann daran glauben, daß ich über ein ziemlich zuverlässiges FZ verfüge, daß mich eigentlich nie im Stich läßt und Tag u. Nacht immer einsatzbereit ist?
Oder wird das die Bastelkistennummer (darauf hab ich keinen Bock mehr, jedes Wochenende unter der Karre zu liegen, nur das du am Montag wieder in die Arbeit kommst )?
Überlebt der Niva gut gewartet 3-5 Jahre mehr oder minder normales Fahren (garantiert werde ich nicht ins extreme Gelände fahren bzw. ab und an nen stinknormalen Feld- oder Waldweg, den mit etwas Vorsicht auch jeder Twingo schafft) ohne das er dauernd in der Werkstatt steht.
Ist er langstreckentauglich, gibst generelle Schwachstellen, die selbst bei sorgfältiger Wartung immer auftreten?
Fragen über Fragen.
Würde mich freuen, wenn Ihr mir etwas von meiner Unsicherheit nehmen könntet, bin aber durchaus offen für die Wahrheit, da ich ein täglich zuverlässiges FZ brauche, zumindest im dem Preis angemessenen Rahmen.

Danke schon mal im vorraus und viele Grüße und ein gutes neues Jahr,
MaMue
Mögest Du leben so lange Du willst und es wollen solange Du lebst.
(Keltischer Trinkspruch )
Benutzeravatar
Done
Beiträge: 442
Registriert: 20. Oktober 2006, 20:43

Beitrag von Done »

Hallo MaMue!

Prinzipiell gilt, und das werden Dir alle langgedienten Niva-Fahrer bestätigen, dass der Niva sehr zuverlässig ist, wenn man ihm die notwendigen Zuwendungen zukommen lässt. Das liegt ganz einfach schon daran, weil Dir nicht aufgrund eines Fehlers im DatenBus die Karre einfach ausgehen kann, mangels Datenbus. Soll heißen: Es ist nicht viel dran, was kaputt gehen kann.

Wenn Du Dir die treuen Dienste einer Fachwerkstatt sichern willst, solltest Du aber gleich das Auto auch dort gekauft haben. Und dann kostet der Niva nicht 8 sondern 10T und ein paar zerquetschte.

Du bekommst mit Sicherheit nirgendwoher mehr Geländewagen zu diesem Preis als aus Togliatti, auch nicht bei Suzuki, die mit dem neuen Jimny zugegebenermaßen ein sehr attraktives Konkurrenzprodukt zum Niva auf die Beine gestellt haben.

Wenn ich mir aber Dein Anforderungsprofil so ansehe, bin ich mir nicht sicher, ob der Niva wirklich das geeignete Auto für Dich ist. Bevor mich die wütenden Protestrufe erschlagen, schnell die Begründung:

1. Du brauchst ein Auto, mit dem Du den verschneiten Feldweg/Privatweg von der Zivilsation bis zu Deinem Anwesen zurücklegen kannst - Für den Niva kein Problem, Du wirst dann wahrscheinlich eher auf dem Acker neben dem Feldweg fahren, einfach, weils mehr Spass macht! :mrgreen:

2. Du willst Steigungen um die 11% und Feldwege bewältigen - kann, wie Du schon selber angesprochen hast, auch ein Renault Twingo.

3. Du hast eine jährliche Fahrleistung von 30.000km. Davon ca. ein Drittel Autobahn. Es gilt (für mich persönlich, andere mögen das vielleicht anders sehen) folgende Regel: je weniger Straße, desto mehr Niva. Ich fühle mich ehrlich gesagt auf der Autobahn nicht wohl mit dem Niva.
Er ist gnadenlos laut. Wenn ich 120 fahre, muß ich mein Radio voll aufdrehen, damit ich noch was höre.
Er ist nicht besonders schnell.
Er vermittelt bei hohen Geschwindigkeiten nicht den Eindruck, dass er satt auf der Straße liegt, gelinde ausgedrückt.

4. Die Langstreckentauglichkeit ist unter Punkt 3 bereits mit gewürdigt. Mir persönlich ist allerdings der Sitzkomfort nicht dergestalt, dass ich damit unbedingt 1000km am Tag runterreissen wollte.

Andererseits gilt natürlich auch:

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: ES GIBT KEIN GEILERES AUTO ALS DEN NIVA! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Und es gibt auch kein Auto, das Dir zu dem Preis einen F40-Effekt auf der Leo garantiert. 8)

Du solltest auf jeden Fall mal einen ausgiebig Probe fahren und Dir selbst ein Bild machen, ob Dir Sitzposition usw. passt, ist ja von Typ zu Typ unterschiedlich. Und wie gesagt: Für 8000 Euro musst Du schon noch regelmäßig unter den Kardan kriechen :wink:

Grüße, Done
Benutzeravatar
Garadin
Beiträge: 201
Registriert: 27. September 2006, 19:06

Beitrag von Garadin »

servus,

schließe mich done an. ich selbst fahre zwar erst seit zwei monaten einen niva -möchten diesen aber nicht mehr missen.
ich habe meinen ab werk gleich mit einer lpg-gasanlage ausrüsten lassen und bin wirklich froh darüber. du tankst schließlich bis 2018 je 0.633 euro (so hat man erstmal beschlossen )den liter gas. für mich wars ein argument und da du ja an die 30000 km im jahr fährst lohnt sich die investition auf jeden fall.
in sachen langstrecke- bin selbst 191 cm groß und habe ohne probleme eine 600km strecke zurückgelegt. also auch das kann man mit ihm machen.

zur wartung: bei einem deutschen modell hast du erst mal 2 jahre ruhe da (garantie)- danach sehr erfahrene schrauber( ich meine nicht mich ) die dir zu allen fragen eine antwort geben.

kann dir nur zuraten - ich würde es wieder tun. :lol: :lol: :lol:
SimsonDevil
Beiträge: 61
Registriert: 25. Mai 2006, 15:22

Beitrag von SimsonDevil »

Ich fahre fast täglich 70 Km auf der Autobahn A8 nach München und Abends wieder zurück!

Laut ja, aber ich habe Boxen und Verstärker und da geht das schon :wink:

Meiner is Bj ´87 und ich denke die Neuen weden auch schon etwas leiser sein und wegen der Jahreslaufleistung, die 30 000 Km knacke ich Dir locker und lebe und freue mich wie Schnitzel übe den Niva.

Aber erwarte keinen Komfort!
Benutzeravatar
tiny
Beiträge: 3282
Registriert: 30. Juli 2006, 08:55

Re: Fragen zum Kauf eines neuen Niva

Beitrag von tiny »

MaMue hat geschrieben: Wenn ich die Karre den üblichen Inspektionen unterziehe mit dem (scheinbar ) notwendigen Austausch div. Verschleißteile, will sagen, das FZ wird bestens gewartet von ner Fachwerkstätte, kann ich dann daran glauben, daß ich über ein ziemlich zuverlässiges FZ verfüge, daß mich eigentlich nie im Stich läßt und Tag u. Nacht immer einsatzbereit ist?
nein...
MaMue hat geschrieben:Oder wird das die Bastelkistennummer (darauf hab ich keinen Bock mehr, jedes Wochenende unter der Karre zu liegen, nur das du am Montag wieder in die Arbeit kommst )?
so schlimm wird es nicht.
MaMue hat geschrieben: Überlebt der Niva gut gewartet 3-5 Jahre mehr oder minder normales Fahren (garantiert werde ich nicht ins extreme Gelände fahren bzw. ab und an nen stinknormalen Feld- oder Waldweg, den mit etwas Vorsicht auch jeder Twingo schafft) ohne das er dauernd in der Werkstatt steht.
Ist er langstreckentauglich, gibst generelle Schwachstellen, die selbst bei sorgfältiger Wartung immer auftreten?
im ersten 1/2 -1Jahr wird sicher das ein oder andere kaput gehen. kommt aber auch auf den händler an...
Benutzeravatar
Oehler
Beiträge: 72
Registriert: 22. Oktober 2006, 10:28

Beitrag von Oehler »

Ich habe den Niva-kauf grade hinter mir - Anfangs geht echt einiges kaputt, bzw. ist... verbesserungswürdig. Mein Händler stellt sich aber nicht an, er macht, was man ihm aufträgt. 8)

Ich musste öfters wegen einem quietschenden, sich nicht beruhigenden Keilriemen antanzen, dann wegen einem fiesen Knacken an den Vorderfüssen.. Jetzt spinnen die Scheibenwischer (nicht nur Streifen, sie bleiben einfach stehen - soll sich der Händer drum kümmern) und die Beifahrertür muss eingestellt werden. Nach einem Waschstrassenbesuch mit Unterbodenwäsche bin ich im Auto fast zum Perlentaucher geworden und ich bin echt gespannt, was mich (ok, uns - mein Mann darf auch mal fahren) noch erwartet. :P

Wenn du jetzt - nach all diesen Zipperleins - eher neugierig auf die nächste Aktion, als frustriert bist, "darfst" du dir gerne einen Niva kaufen.

Ach ja, ich hab 1.000 km am Stück hinter mir. An einem Tag, abwechselnd auf Fahrer- und Beifahrerseite. Es geht, wenn man während der Fahrt öfters die Sitzposition ändert. :P
Was die Lautstärke angeht, wir haben uns hinter einen LKW geklemmt, der fuhr knapp über 80 - wir dann auch. Bei solchen Geschwindigkeiten braucht man im Wagen nicht schreien :)

Die Geländetauglichkeit haben wir bis jetzt erst eingeschränkt testen können, allerdings hat mein Mann (ich wär da niiieeee hingefahren, wo er hin ist) es fast geschafft, den Niva festzusetzen. Schöner, klatschnasser, frisch gepflügter Lehmboden aus einem Überschwemmungsgebiet... Aber der Niva ist wieder raus - und ich hab mich diebisch gefreut :twisted:

Kurzum - ich liebe dieses Auto und möchte es nicht wieder her geben.
Mein Mann meinte zu mir, wenn irgendwann der letzte Niva vom Band rollt, wird wieder ein Neuwagen gekauft :D Ansonsten ein besserer Gebrauchter :D
Antworten