powdersnow hat geschrieben:
Die schnellere Abnützung kann ich nicht nach voll ziehen. Punktbelastung ist geringer, Aufstandsfläche größer und auch der Reifen an sich fester (also weniger seitliches "Kippen").
Größerer Fahrtwiderstand ist relativ. Je nach Untergrund. Auf perfekt glattem Straßenbelag mag der Fahrwiderstand größer sein. Sobald es aber etwas uneben wird oder gar Steinig haben breitere Reifen weniger Fahrtwiderstand. So meine eigenen Erfahrungen.
Fahre ich einen 175-er und eienn 235-er mit dem selben Luftdruck ist der zu überwindende Hügel beim schamlen weit größer als beim breiten Reifen. Und das macht mehr aus als die größere Aufstandfläche mit den damit verbundenen größerem Reibungswiderstand.
Je nach Gummimischung und Profil liegen die Reifen nicht einfach plan auf dem Straßenbelag, sondern "verzahnen" sich und "kleben" auf dem Belag, insbesondere bei zunehmender Erwärmung während der Fahrt. Im Formel-1-Motorsport werden die Slicks sogar extra erwärmt, um diesen Effekt zu erhöhen. Dadurch erhöht sich die Haftung, was für die Kraftübertragung nützlich ist und zwar sowohl beim Beschleunigen wie beim Bremsen. Der Preis ist m. E. höherer Verbrauch von Sprit und Gummi auf der Straße. Übrigens, ein breiterer Reifen sollte auch einen höheren Windwiderstand bieten, aber vielleicht ist das zu vernachlässigen. Jedenfalls haben m. W. Einige hier in Abhängigkeit von breiteren, schwereren Reifen und den jeweiligen Profilen aus ihrer praktischen Erfahrung von einem Mehrverbrauch von 0,5-1 l/100 km geschrieben.
powdersnow hat geschrieben:
Eine Rolle spielt natürlich auch das größere Gewicht. Jedoch hauptsächlcih beim Beschleunigen, beim gleichmäsiges Fahren fällt dieser Punkt weg und es bleibt nur die erhöhte Beanspruchung vieler Fahrwerksteile.
Zustimmung.
powdersnow hat geschrieben:Mischa hat geschrieben:Das würde jetzt für den Niva bedeuten, dass ein weniger breiter, dafür höherer Reifen auf der Straße den Verbrauch reduziert, weniger wiegt, das Fahrwerk weniger belastet und weniger zu Aquaplaning neigt. Auch die Geländeeigenschaften sind von gewissen Ausnahmen abgesehen eher besser.
Aquaplaning hält sich bei angepasstem Fahrstil sehr in Grenzen. selbst mit 235-er. Wir fahren ja alle samt nix Slickartiges sondern stets mit gutem Profil.
Mag sein, dass das Aquaplaning für tendenziell langsamer fahrende Nivista (90-120 km/h) mit grobstolligen Reifen nicht der Aufreger ist, wobei Geschwindigkeiten über 80 km/h insbesondere in Kurven schon zum Problem werden können.
powdersnow hat geschrieben:Mehrverbrauch ist für mich nicht wirklich feststellbar. Mit den 205-er DM V1 brauche ich nicht wirklich weniger. (dafür geht er halt auch spritziger

)
Da würden mich weitere Erfahrungen anderer Fahrer interessieren, ob es da bemerkbare Unterschiede gibt. Ich erinnere mich, solches hier gelesen zu haben.
powdersnow hat geschrieben:
Im Gelände ist es schwer. Vorteile überwiegen meiner Meinung nach aber schon. Größter Nachteil ist beim niva das fehlende Drehmoment- aber dagegen gibts ja Abhilfe
Welche Vorteile konkret? Hängt das nicht sehr vom Untergrund ab und z.B. davon, ob unter der Schmierschicht aus Matsch und Geröll durch schmalere, durchschneidende Reifen eher festerer Untergrund erreicht wird oder es von Vorteil ist, dass der Reifen auf der Oberfläche aufschwimmt, etwa bei tiefem losen Sand oder grundlosem Schlamm oder hohem weichen Schnee? Im Gelände sollte der Reifen auch möglichst hoch und nicht zu flach sein.
powdersnow hat geschrieben:
Bremsverhalten ist mit breiten Reifen sehr gut, zum Blockieren gehört jetzt schon viel viel Beindruck dazu und ist auf trockener Fahrbahn schwer zu schaffen.
Da liegt für mich der größte Vorteil bei einem Fahrzeug wie dem Niva mit einem nicht all zu kurzem Bremsweg und bei der Notwendigkeit, ohne ABS und fehlende Airbags sowie Knautschzonen durch zusätzliche passive Sicherheit mittels optimiertem Bremsverhalten durch richtige Bereifung zu punkten.
powdersnow hat geschrieben:
Mehrbeansprucht werden nur Verschleißteile, und das nicht übermässig.
Wenn alle aus den Fahrbahnunebenheiten herrührenden Schläge Kräfte sind, die durch Breitreifen stärker auf das Fahrzeug übertragen werden, trifft das für alle Teile, nicht nur die so genannten Verschleißteile zu, die stärkerer Abnutzung unterliegen. Manche Teile werden nicht so "abgenutzt", dass sie nach einer Zeit des Gebrauches sowieso bestimmungsmäßig ausgetauscht werden müssen, wie z.B. auch Stoßdämpfer. Andere Materialien ermüden schneller und erreichen vielleicht dadurch ein Lebensende deutlicher vor der Lebenserwartung des Gesamtfahrzeuges, z.B auch Wellen, Gelenke. Auch Radlager verschleißen schneller.
powdersnow hat geschrieben:
Der größte Pluspunkt für mich ist der größere Fahrkomfort. Egal welcher Untergrund
schöne Grüße Jakob
Und ist der Komfortzuwachs zwischen 195 und 215 - um diese Größen ging es mir ja - sehr spürbar? Ich meinte ja, dass ich ihn zwischen 185 und 205 spüre, aber ich spüre vermutlich auch den Unterschied zwischen den harten HNBA-Russenstollen und dem weicheren, breiteren lamellierten Cooper Weathermaster... Jedenfalls ist der russische Reifen um einiges lauter.
Es ist doch interessant, dass anscheinend die Meisten den Kumho KL71 hier in der 195er-Version auf Dotz oder Mangels fahren und nicht als 205er oder gar 215er, oder täuscht meine subjektive Auswertung der entsprechenden Beiträge? Vielleicht liegt es auch daran, dass ohne Fahrwerksmodifikation nur der 195er richtig gut läuft, da mir ihm auch im Gelände keine Behinderung der Verschränkung und des Lenkeinschlags befürchtet werden muss. Da würden mich auch die Erfahrungen anderer Fahrer interessieren.
Mischa