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Herrzlichen dank an Varan für diesen gelungenen Beitrag!
freundliche grüße
euer Technik-team
varan hat geschrieben:Grundsätzlich würde ich dir empfehlen, beim Kauf eines gebrauchten Niva jemanden mitzunehmen, der selbst seit längerem Niva fährt und möglichst auch selbst repariert. Solltest Du selbst Schrauber sein oder dich zumindest mit Ostautos auskennen, ist es auch o.k. Beim Niva gibt es eine ganze Menge von Macken (auch schon bei 20000 Km), die man möglichst kennen sollte. Ist der Niva äußerlich gepflegt und ohne sichtbaren Rost, hast du schon mal eine ganze Menge gewonnen. Sieh nach, ob der Wagen eine Unterbodenversiegelung hat (einschließlich Radkästen) und ob eine Hohlraumkonservierung durchgeführt wurde. Das ist gaaanz wichtig, ansonsten rostet er dir unterm Hintern weg, besonders wenn er nicht in einer Garage oder unterm Carport steht. Weiterhin nimm die Gummimatten im FZ raus und sieh nach, ob Feuchtigkeit im Fußraum ist. Die Fensterdichtungen sind oftmals nicht dicht und dort dringt Wasser ein. Als Folge davon hat man oft korrodierte Steckverbindungen, welche die gesamte Elektrik und Elektronik des FZ durcheinander bringen können. Die Fehlersuche ist oftmals sehr zeitaufwändig und schwierig. Versuche möglichst, den Verkäufer zu bewegen, einen neuen TÜV vor dem Kauf zu machen. Dann hast du wenigstens die Gewähr, daß das Auto sicherheitstechnisch i.O. ist. Ja und dann kommt die Probefahrt: oftmals klappern und knarren die Nivas so entsetzlich, daß abnorme Geräusche des Antriebsstrangs gar nicht zu orten sind. Man bekommt eigentlich alle Klapper-und-Knarrgeräusche mit viel Aufwand in den Griff, indem man sämtliche Schrauben im Innenraum nachzieht bzw. ersetzt und knarzende Plastikteile mit Moosgummi unterlegt. Dann ist der Niva relativ leise beim fahren und man kann nicht normale Antriebsgeräusche gut orten. Achte also bei der Probefahrt darauf, daß das Getriebe sich normal schaltet, kein Gang rausspringt (besonders 4.u. 5.) weder beim Beschleunigen noch Gaswegnehmen). Ansonsten ist ein Getriebeschaden rel. sicher. Bei Kurvenfahrten (beschleunigen bei starkem Lenkradeinschlag) dürfen von der VA keine rubbelnden Geräusche (defekte Antriebswellen) zu hören sein. Ab einer Geschwindigkeit von 60-70 Km/h sollten auch keine größeren Resonanzgeräusche (Vibrationen) auftreten. Ist dies der Fall, deutet es auf nicht ausgewuchtete Antriebswellen, Verschleiß in den Kardangelenken bzw. nicht richtig sitzendes Verteilergetriebe hin. Der Motor ist relativ stabil und bereitet weniger Probleme. Achten sollte man darauf, daß dei Motorkontrollampe (ganz links, gelb) bei keiner Fahrsituation leuchtet, der Motor sofort warm/kalt startet, im Leerlauf rund läuft, sich ohne stottern hochdrehen läßt , der Wagen gut Gas annimmt und auch ohne Stottern wieder abtourt. Abraten würde ich davon, einen Niva zu kaufen, der verhältnismäßig viel im Gelände unterwegs war. Der Verschleiß ist doch wesentlich höher und damit natürlich wahrscheinlich, daß die Lebensdauer der ohnehin nicht sehr langlebigen Teile sich weiter reduziert.
Zu den Gebrautwagenpreisen muß man sagen, daß sie auf Grund des eher dürftigen Angebotes sehr unterschiedlich sind. Ich denke, für einen guten gebrauchten Niva (5 Jahre alt) sollte man so um die 4000- 4500 € rechnen.
Nur mal so als Anhaltspunkt: Ich habe für meinen 3 Jahre alten Niva mit 45000 Km, total runtergegurkt und vom Erstbesitzer nie was gemacht, 3000 € bezahlt. Dann noch mal 2000 € an Ersatzteilen und 6 Wochen intensiver Arbeit reingesteckt. Jetzt läuft er allerdings stabil und ohne Macken und ich würde sogar behaupten, besser als manch Neufahrzeug.
Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Anhaltspunkte für deinen Gebrauchtwagenkauf geben.
Gruß
Eckhard