auch ich wünsche euch einen schönen Urlaub,
als erholsame Tage bei hoffentlich angenehmen
Wetter.
Gerne erfahren wir, die daheim gebliebenen, näheres über die Reise (Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte, Land u. Leute, etc.) sowie durch welche Gefilde die Tour verläuft.
Gruß von Maikel
-NIVA only 2010- & -NIVA Grauimport 2007 - (Laufleistung ü.300.000km)
-VW T4 Caravelle 2.5TDI
"Ich fahre da, wo die Wölfe Angst haben zu scheißen"
Regen,Regen,Regen, so hab ich etwas Zeit zu berichten.
Am Freitag die Anreise nach Longwy verlief völlig unspektakulär, 500 Kilometer sind ja nix für einen Niva.
Samstag morgen ging es dann los, südlich von Longwy stand ein Bunker der Maginot-Linie am Straßenrand, trotz strömenden Regen haben wir den Betonklotz besichtigt. Auch damals schon war Geldverschwendung ganz normal.
Der Blick Richtung Feind
Ausfahrbarer Geschützturm
Der Zahn der Zeit nagt
Auf der weiteren Fahrt Richtung Verdun stand dann in Etain dieses unübersehbare "Werbeschild" am Straßenrand
Am Sonntag hat es den ganzen Tag geregnet und so sind wir ein wenig kreuz und quer durch die Ardennen gefahren. In Belgien angekommen wollten wir das Schiffhebewerk Strepy-Thieu besuchen, aber wegen Regen, Regen und Regen haben wir es ausfallen lassen.
Heute morgen bei schönsten Sonnenschein dann los, montags ist das Schiffhebewerk geschlossen und wegen Wartungsarbeiten fuhr auch kein Schiff.
Die Besichtigung von aussen hat trotzdem viel Spaß gemacht, es hat mit 73 Metern Hubhöhe schon enorme Ausmaße, das ganze Hebewerk ist 117m hoch.
Dann ging es weiter zum Schiffhebewerk Nr.3 am Canal du Centre, dieses Hebewerk arbeitet mit einem riesen Hydraulikzylinder unter dem Trog. Es hat ungefähr 16,50m Hubhöhe und wurde erst 1917 unter deutscher Besatzung fertiggestellt.
Dann sind wir noch zum Schiffshebewerk nach Ronquieres gefahren, dieses funktioniert mit einer 1432m langen schiefen Ebene (die längste der Welt) und überwindet 68m Höhenunterschied. Ein Trog wiegt zwischen 5000-5700t und hat ein Gegengewicht von 5200t, das ganze ist zweimal vorhanden und jeder Trog funktioniert komplett unabhängig. Beide Tröge können einzeln fahren, oder gleichzeitig in die gleiche Richtung, oder auch entgegengesetzt.
Für Innenbesichtigung schon länger geschlossen und laut Internet mittlerweile komplett stillgelegt, aber anschauen kann man sich das doch mal.
Nachdem wir fast unten am Start angekommen waren sahen wir auf einmal ein Schiff im Trog und das Tor wurde gerade geschlossen, also schnellen Schrittes wieder zurück und dann kam ein 1350t Schiff angefahren.
Am Dienstag waren wir dann auf Bunkertour, zuerst La Coupole in Wizernes und dann Blockhaus de Eperlecques.
Beide Bunker wurden mit tausenden Zwangsarbeitern in unter einem Jahr gebaut. Dort sollten jeweils über 100 V2 Raketen gelagert und bis zu 36 pro Tag Richtung England abgefeuert werden. Eine Fabrik für Flüssigsauerstoff sollte auch in jedem Bunker installiert sein. Beide Bunker sollten mit der Eisenbahn befahrbar sein, da kann man sich die Größendimension leicht vorstellen. Durch ständige alliierte Luftangriffe sind beide Bunker nicht mehr in Betrieb gegangen.
La Coupole
Blockhaus de Eperlecques
Beim Blockhaus wurde der "Bahnhof" inmitten des Betonierens getroffen und war völlig zerstört. Ein Ingenieur der Organisation Todt hatte dann eine Idee wie man den vorderen Teil des Bunkers noch als Sauerstofffabrik nutzen könnte. Und zwar wurde die Decke auf eine Stärke von 5 Metern betoniert und dann wurde die 37000 Tonnen schwere Decke mit Hilfe von hydraulischen Stützen angehoben und die Wände einfach darunter gebaut.
Grüße Susi und Micha
Zuletzt geändert von michaniva am 10. Oktober 2022, 14:09, insgesamt 1-mal geändert.