(Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

bei Themen zum Getriebe, den Differentialen, den Kardanwellen, den Antriebswellen...

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csc
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von csc »

Also mir erschließt sich bei dem Bild jetzt nicht, warum das eine Gelenk funktioniert, das andere nicht. Interessant wäre es, das Ding zu zerlegen und fettfrei zu machen. Hier gibt es ein paar Bilder von Verschleißspuren eines Gleichlaufgelenkes : http://t4-wiki.de/wiki/Gleichlaufgelenk

Gehärtet sein müssten die Bahnen, in denen die Kugeln laufen. Vielleicht hat ja der Lieferant bei der Härtung geschlampt. Das müsste man dann aber an deutlichen Pittingspuren nach der Zerlegung sehen können.

Ich verstehe auch nicht, warum ein gut laufendes Gelenk heiss werden soll. Hitze ist immer ein Zeichen von Reibung und damit nicht gut. Da wird schon eine Vorschädigung vorgelegen haben, als es heiss wurde.
"Das Gleichlaufgelenk soll während des Betriebs, sehr heiß werden. Das Fett in einem Gleichlaufgelenk ist ein Spezialfett (mit Molybdändisulfid) für extreme Hitze. Die Teile sind auch gehärtet, um die extreme Hitze zu bewältigen."
Die Härtung ist bestimmt nicht wegen Wärmeeinwirkung, sondern, damit die Bahnen, in denen die Kugeln laufen, nicht verschleißen. Vom Aufbau ist das ganze ähnlich wie ein Kugellager, da sind die Innen- und Aussenringe ja auch gehärtet.

Grüße,
Chirstian
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csc
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von csc »

Ich habe noch etwas interessantes zum Thema "Schmierung von Gleichlaufgelenken" gefunden:
5.1 Molybdändisulfid als Schmierstoff
für Gleichlaufgelenke
Für bestimmte Anwendungen ist die Benutzung von Fett
als Schmierstoff ungeeignet. Im besonderen Maße gilt
dies für Gleichlaufgelenke. In ihnen wird, entgegen der weit
verbreiteten Meinung Öl – und kein – Fett benutzt.
Einer der Gründe für die Verwendung von Öl ist die hohe
Temperatur, die durch die Umgebung, die hohen Drehzahlen,
die starken Belastungen oder durch die konstante
Reibung der inneren Bauteile entstehen kann. In Gleichlaufgelenken
kommen alle diese Faktoren zusammen. Aus
diesem Grund muss die Schmierung konstant und in geeigneter
Weise erfolgen. Die rotierenden Komponenten und die
Laufbahnen besitzen keine glatte Oberfläche, wie es auf
den ersten Blick erscheinen mag. Unter dem Mikroskop ist
eine vollkommen unregelmäßige Oberfläche zu erkennen.
Um eine direkte Berührung der beiden Oberflächen zu
vermeiden, verwendet man Schmierstoffe, die einen dünnen
Schmierfilm bilden. Hierzu eignet sich Öl aufgrund seiner
Eigenschaften besonders gut.
5. Schmiermittel
5.2 Warum wird Molybdändisulfid
als Fett bezeichnet?
Die hohen Belastungen in Gleichlaufgelenken erfordern
eine widerstandsfähige Schmierung des Gelenks. Ein
dünner Ölfilm hält diesen Belastungen nicht stand und
würde verdrängt werden. Feste Zusatzstoffe wie Molybdändisulfid
können aufgrund ihrer Struktur nicht einfach
verdrängt werden und bilden in Kombination mit Öl den
idealen Schmierstoff.
Es werden damit „schmierende Schienen“ zwischen den
Oberflächen gebildet und so die Schmiereigenschaften
erheblich verbessert.
Molybdändisulfid ist ein „polarer“ Zusatzstoff. Das heißt, dass
sich seine polarisierten Moleküle senkrecht zur Metalloberfläche
ausrichten und schließlich einen widerstandsfähigeren
Schmierfilm bilden.
Metalloberfläche
Quelle: http://www.ruville.de/fileadmin/redakti ... 2011_D.pdf
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Brunon
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von Brunon »

Unterstützt zumindest die Aussagen bzgl. Hitze und Spezialfett (sorry, Öl) von Lada World.
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wLADAmir
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von wLADAmir »

csc hat geschrieben:Ich habe noch etwas interessantes zum Thema "Schmierung von Gleichlaufgelenken" gefunden:

Quelle: http://www.ruville.de/fileadmin/redakti ... 2011_D.pdf
Sehr interessante Darstellung, danke für den Link!
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lada-horst
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von lada-horst »

Brunon hat geschrieben: Zitat aus der E-Mail von heute von Lada World:
"Das Gleichlaufgelenk soll während des Betriebs, sehr heiß werden. Das Fett in einem Gleichlaufgelenk ist ein Spezialfett (mit Molybdändisulfid) für extreme Hitze. Die Teile sind auch gehärtet, um die extreme Hitze zu bewältigen."

Horst, kannst Du das bestätigen, das die Gelenke extrem heiß werden?

Gruß vom Berg
Habe mich heute mal nach einer ca.20 km langen Fahrt unter unseren Igor gelegt und die Temperatur an den Gleichlaufghelenken der Wellen erfühlt.

Die Gelenke der vorderen Welle und das Hinterachsgelenk der hinteren Welle waren gut handwarm. Ungefär so war wie auch die Diffs bzw das VTG.

Das vordere Gelenk der hinteren Welle war deutlich wärmer. Ich konnte es gerade noch so mit der Hand anfassen.

Sollte mir ( uns ) das etwa zu denken geben ? Es ist übrigens auch das Gelenk, das den größten Knickwinkel aufweist.
hintere Gelenkwelle am VTG.JPG
hintere Gelenkwelle am VTG.JPG (64.09 KiB) 4259 mal betrachtet
MfG

Horst
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von ikletti »

lada-horst hat geschrieben:Das vordere Gelenk der hinteren Welle war deutlich wärmer. Ich konnte es gerade noch so mit der Hand anfassen.

Sollte mir ( uns ) das etwa zu denken geben ? Es ist übrigens auch das Gelenk, das den größten Knickwinkel aufweist.
Ich würde sagen: So weit normal. Energie = Kraft mal Weg, und die Kugeln in diesem Gelenk legen den weiteren Weg zurück.
Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.

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wLADAmir
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von wLADAmir »

lada-horst hat geschrieben:
Das vordere Gelenk der hinteren Welle war deutlich wärmer. Ich konnte es gerade noch so mit der Hand anfassen.

Sollte mir ( uns ) das etwa zu denken geben ? Es ist übrigens auch das Gelenk, das den größten Knickwinkel aufweist.
=> Knickwinkel groß, am meisten Reibfläche => höchste Temperatur. Würde ich jetzt mit dem IR-Thermometer messen und den Wert (zusammen mit den Aussentemperatur) notieren, damit man vergleichen kann, wie sich das entwickelt. Bei 100km Autobahn mit 100 km/h wird ein höherer Wert zu erwarten sein als bei Stadtverkehr.

Aber: Solange da kein Fett/Öl rauskommt (was ist das am Wagenboden oben drüber?) oder blau wird, hält das schon.

Gruß,

Tobias
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lada-horst
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von lada-horst »

wLADAmir hat geschrieben:Aber: Solange da kein Fett/Öl rauskommt (was ist das am Wagenboden oben drüber?) oder blau wird, hält das schon.

Gruß,

Tobias
Hallo Tobias,

das am Wagenboden oben drüber ist Fett von der normalen Kardanwelle die vorher montiert war.

Meistens war ich mit dem Fett nicht sparsam. So kam es, das sich das überschüssige Fett, welches ich nicht immer komplett aus dem Kardankreuz abgewischt habe, durch die Zentrifugalkraft am Unterboden verteilt hat.

MfG

Horst
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wLADAmir
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von wLADAmir »

lada-horst hat geschrieben: So kam es, das sich das überschüssige Fett, welches ich nicht immer komplett aus dem Kardankreuz abgewischt habe, durch die Zentrifugalkraft am Unterboden verteilt hat.
Dachte ich mir. Dann wäre es aber jetzt an der Zeit dieses "Kardan-Fett" zu entfernen, damit Du mitbekommst, ob die CV-Gelenke einen Schaden entwickeln?

Gruß,

Tobias
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st.alban
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von st.alban »

fett an nem niva entfernen? o--.
nenene, das gehört so! höchstens etwas verteilen... :D
novy
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Registriert: 12. Februar 2007, 19:04

Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von novy »

Habe diese Wellen vor ca.1 jahr aus Russland importiert,der Versand war sauteuer,und eingebaut.Die Vbrationen waren geringer,aber die vordere ist inzwischen kaputtgegangen.Laufleistung ca.5000 km.Die ausgebaute ,originale wieder rein- kein Unterschied.Habe mir von dem Projekt zu viel erwarted.
Muß dazu sagen daß die originalen Wellen gewuchted,und das VGT zentriert war.
Als Alternative bietet sich ein Pajerogetriebe an,mit fast gleicher Länge wie Niva Getriebe+VTG.Dann läuft er vibrationsfrei
und getriebeprobleme gibt´s auch keine mehr.

Gruß , novy
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Lada Geri
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von Lada Geri »

novy hat geschrieben:Als Alternative bietet sich ein Pajerogetriebe an
Jetzt wird es Interesant. Hast du Bilder von dem Umbau?
Lada 4x4 Bj.2007(verkauft März 2018), BMW 325i Cabrio BJ.1990, Jawa 634-4 Bj.1974, Jawa 634-4 Bj.1973, Ford 3610 BJ. 1984.
Citroen Berlingo E-HDI 90 Bj.2012, Unimog 25Ps. Bj. 1955
Schlumpf
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von Schlumpf »

Wozu ein Pajerogetriebe? Wozu Kardanwellen mit Gleichlaufgelenken? Wenn ich vibrationsfrei mit dem Geländewagen
unterwegs sein will, kauf ich mit doch am besten einen Dacia Duster mit Allrad. Ist auch nicht mehr viel teurer.
Ich hab mir den Niva wegen seiner unperfekten und einfachen Mechanik zugelegt. Das wußte ich vorher und das wollte ich so.
Nichts gegen die Versuche mit den Kardanwellen, waren sehr interessant und informativ. Aber die Kosten im Vergleich zu einem
Nivaanschaffungspreis.....Mir fehlt da einfach das Verständnis.
Niva M- EZ 11/2010
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st.alban
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Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von st.alban »

ich muss sagen, mit einer hinteren kardanwelle mit homokineten fährt sich so ein niva schon seeeehr angenehm auf der strasse... .v.
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lada-horst
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Registriert: 27. Dezember 2005, 20:38

Re: (Kardan)Wellen mit Gleichlaufgelenk, Erfahrungen?

Beitrag von lada-horst »

Kleines Update:

Nachdem die Gleichlaufgelenkwellen ca. 6000 km treu und vor allem leise und vibrationsarm in unserem "Igor" Ihren Dienst erwiesen haben gab es ein Problem.

Das Schiebestück der hinteren Welle war / ist schwergängig bzw. ist ab einer gewissen Stelle blockiert.

Also mit dem Lieferanten aus Dänemark in Verbindung gesetzt,.......

und dann.....

Heute habe ich die überarbeitete und verbesserte Variante der ( Kardan) Wellen mit Gleichlaufgelenken eingebaut. Diese Wellen habe ich kostenlos als Ersatz für die Anderen bekommen. Die gebrauchten ( roten ) Wellen sende ich zurück.

Hauptunterschied: Das Schiebestück besitzt nun eine Staubschutzkappe mit Dichtring und die hintere Welle hat ein noch längeres Schiebestück. Somit ist diese Welle ganz ausgezogen ca. 2 cm länger als eine Original Kardanwelle.

Laut Aussage des Händlers werden diese Wellen von einer deutschen Firma gefertigt. Mal sehen wie es weitergeht.

Bei den Wellen habe ich vor dem Einbau vorsichtshalber die Gleichlaufgelenke und das Schiebestück etwas nachgefettet.

Hier einige Bilder:
Dateianhänge
Verleich Gleichlaufwelle Variante1 zu 2.JPG
Verleich Gleichlaufwelle Variante1 zu 2.JPG (22.77 KiB) 4682 mal betrachtet
Schiebestück mit Staubkappe nachgefettet.JPG
Schiebestück mit Staubkappe nachgefettet.JPG (22.04 KiB) 4682 mal betrachtet
Gleichlaufgelenk vor dem nachfetten.JPG
Gleichlaufgelenk vor dem nachfetten.JPG (28.32 KiB) 4682 mal betrachtet
Zuletzt geändert von lada-horst am 27. März 2012, 22:53, insgesamt 1-mal geändert.
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