Niva erfahren: 2. Einfahren
Verfasst: 5. Dezember 2018, 20:24
Ich als alter weißer Mann habe schon viele Autos gefahren. Aber noch nie einen Russen, noch nie einen Geländewagen. Jetzt ist es soweit. Die deutsche Autoindustrie behandelt ihre Kunden schlecht. Sie baut Autos, die weder im Gelände wirklich gut sind, noch umweltreundlich, sie behandelt Kunden wie Bittsteller. Da nehme ich nicht mehr teil.
Das und ein Häuschen im morastigen Umland von Berlin haben mich für den Niva begeistert. Jetzt ist er da.
Ich frage den Händler, ob ich mit meinem Neuen die Treppen (nur zehn flache Stufen) runterfahren könne zum Abschied. Kein Problem. Trotzdem schaut er sich das Spektakel mit seinem zigarrettenähnlichen Dampfapparat im Mund genau an.
Los geht’s. Also erst mal die Gasanlage schön volltanken. Hab’ ich noch nie gemacht. Die Prins-Bedienungsanleitung und den Kfz-Schein kriege ich erst nachgeschickt, weil eben Euro6-Temp erst noch vom Amt eingetragen werden muss. Mit dem Messing-Adapter stehe ich an einer Total-Tanke, alles super miteinander verbunden, aber nichts kommt.
Wie schlimm kann es für einen alten weißen Mann mit einem nagelneuen Niva sein, wenn nichts kommt?! Ist was kaputt? Der Bubi an der Kasse der Tanke winkt ab, er sei alleine, keine Hilfe. Zweifelnd parke ich den Waldmeister zuhause ab.
Am nächsten Tag zeigt mir ein zwergwüchsiger Ur-Berliner den Trick: Man muss während des Betankens die ganze Zeit einen Knopf drücken und halten. Jetzt weiß ich’s - und gehe da in Zukunft immer wieder tanken.
Am ersten Tag nach der Stunde null fahre ich sanft, lausche dem Getriebe, besorge mir ein ganz langes Ding für den Zigarettenanzünder, um mit dem Smartphone ein Navi zu haben. Ich hatte nach viel Lektüre Schlimmes erwartet: Zieht nach links oder rechts, Wasser läuft ein, krächzt, stöhnt, jammert und rostet im Express-Modus zum Trotz. Nix davon!
Er ist so ehrlich, ich habe fast den Eindruck, er mag mich.
Also raus ins Gelände. Vorher kommen zig Kilometer Landstraße. Die anderen Teilnehmer am so genannten Verkehr verhalten sich durchaus behutsam gegenüber meinem Niva. Sie ahnen vielleicht: Das ist noch ein richtiges Auto.
An meiner Morast-Hütte ist der Waldmeister daheim. Gib ihm! Und er freut sich. Der Schlamm spritzt an die Scheiben. Doch hoppla. Stoßdämpfer sind das Eine, aufpassen muss ich aber auf meine eigenen Bandscheiben. Also immer aufrecht sitzen.
Der Händler hatte mir nach der Waschstraße zum Einfahren Folgendes auf den Weg gegeben: Mein Waldmeister soll ruhig alles erleben, hohe Drehzahlen, Gelände, aber ich dürfe ihn nicht quälen. Das werde ich auch nicht tun. Ich habe den Eindruck, dass ihn untertouriges Fahren quält, daher kriegt er von mir immer angemessen Gas.
Am Abend parke ich ihn ein, ein Freund kommt mit seiner 5+x-Meter-Mercedes-Limo vorbei, stellt sich neben ihn. Der Benz hat gerade sauteure Motor-Probleme. Mein Freund will sich meinen Waldmeister-Niva anschauen. Eine Frau bleibt auf dem Bürgersteig stehen und beäugt uns. Wir fragen. Der Niva sähe so schick und neu aus, was der denn wohl gekostet habe. Wir plaudern.
Den schwarzen Benz mit Wurzelholz-Ausschalung und 255 PS hatte sie gar nicht wahrgenommen.
Das und ein Häuschen im morastigen Umland von Berlin haben mich für den Niva begeistert. Jetzt ist er da.
Ich frage den Händler, ob ich mit meinem Neuen die Treppen (nur zehn flache Stufen) runterfahren könne zum Abschied. Kein Problem. Trotzdem schaut er sich das Spektakel mit seinem zigarrettenähnlichen Dampfapparat im Mund genau an.
Los geht’s. Also erst mal die Gasanlage schön volltanken. Hab’ ich noch nie gemacht. Die Prins-Bedienungsanleitung und den Kfz-Schein kriege ich erst nachgeschickt, weil eben Euro6-Temp erst noch vom Amt eingetragen werden muss. Mit dem Messing-Adapter stehe ich an einer Total-Tanke, alles super miteinander verbunden, aber nichts kommt.
Wie schlimm kann es für einen alten weißen Mann mit einem nagelneuen Niva sein, wenn nichts kommt?! Ist was kaputt? Der Bubi an der Kasse der Tanke winkt ab, er sei alleine, keine Hilfe. Zweifelnd parke ich den Waldmeister zuhause ab.
Am nächsten Tag zeigt mir ein zwergwüchsiger Ur-Berliner den Trick: Man muss während des Betankens die ganze Zeit einen Knopf drücken und halten. Jetzt weiß ich’s - und gehe da in Zukunft immer wieder tanken.
Am ersten Tag nach der Stunde null fahre ich sanft, lausche dem Getriebe, besorge mir ein ganz langes Ding für den Zigarettenanzünder, um mit dem Smartphone ein Navi zu haben. Ich hatte nach viel Lektüre Schlimmes erwartet: Zieht nach links oder rechts, Wasser läuft ein, krächzt, stöhnt, jammert und rostet im Express-Modus zum Trotz. Nix davon!
Er ist so ehrlich, ich habe fast den Eindruck, er mag mich.
Also raus ins Gelände. Vorher kommen zig Kilometer Landstraße. Die anderen Teilnehmer am so genannten Verkehr verhalten sich durchaus behutsam gegenüber meinem Niva. Sie ahnen vielleicht: Das ist noch ein richtiges Auto.
An meiner Morast-Hütte ist der Waldmeister daheim. Gib ihm! Und er freut sich. Der Schlamm spritzt an die Scheiben. Doch hoppla. Stoßdämpfer sind das Eine, aufpassen muss ich aber auf meine eigenen Bandscheiben. Also immer aufrecht sitzen.
Der Händler hatte mir nach der Waschstraße zum Einfahren Folgendes auf den Weg gegeben: Mein Waldmeister soll ruhig alles erleben, hohe Drehzahlen, Gelände, aber ich dürfe ihn nicht quälen. Das werde ich auch nicht tun. Ich habe den Eindruck, dass ihn untertouriges Fahren quält, daher kriegt er von mir immer angemessen Gas.
Am Abend parke ich ihn ein, ein Freund kommt mit seiner 5+x-Meter-Mercedes-Limo vorbei, stellt sich neben ihn. Der Benz hat gerade sauteure Motor-Probleme. Mein Freund will sich meinen Waldmeister-Niva anschauen. Eine Frau bleibt auf dem Bürgersteig stehen und beäugt uns. Wir fragen. Der Niva sähe so schick und neu aus, was der denn wohl gekostet habe. Wir plaudern.
Den schwarzen Benz mit Wurzelholz-Ausschalung und 255 PS hatte sie gar nicht wahrgenommen.
